Donnerstag, 25. April 2013

25. April: Mondfinsternis - und keiner wird es merken?


************ überarbeitet und aktualisiert am 27.4. ************

Heute, am Donnerstag, den 25. April, haben wir Vollmond, exakt um 21:57 Uhr. Der Mond geht hinter der Egge um 20:41 Uhr auf und am nächsten Morgen kurz nach 6:00 Uhr unter. Er steht heute also der Sonne genau gegenüber, er ist dabei ca. 5° Grad von Saturn entfernt. Und manchmal kommt es daher an solchen Vollmondnächten sogar zu einer Mondfinsternis, wenn der Mond dann den Schatten der Erde durchquert. Heute beträgt die Verfinsterung des Mondes jedoch nur 2 %, also nur eine ganz kleine "Delle", die kaum ein Mensch bemerken wird. Bei uns ist diese minimale Verfinsterung zwischen 21:51 Uhr und 22:23 Uhr zu beobachten. Mal sehen, ob man das merkt.

Denn der Erdschatten ist keine scharf abgegrenzte Linie, selbst im Fernglas oder Fernrohr dürfte das Dunkel des Kernschatten schwierig auszumachen sein.

Um einen Vergleich zu ermöglichen, habe ich gestern Abend schon mal ein Foto des fast vollen Mondes gemacht:

Mond am Tag vor der Finsternis (24. April 2013), durch Spektiv fotografiert 1/250 sec, Bl. 3,5
Das er nicht ganz voll ist, kann man am linken, unteren Rand erkennen. Dort zeigen etliche Krater noch scharf abgegrenzte Schatten, noch fällt das Licht also nicht frontal auf den Mond. Dies wird heute Abend anders sein.

Die kleine, maximal zweiprozentige Verfinsterung tritt am oberen Rand des Mondes auf, an seinem Nordpol. Bei uns steht der Mond zum Zeitpunkt der Finsternis nur wenig über den Horizont, wer weiter im Süden beobachtet, zum Beispiel in Afrika, hat bessere Sicht.

Es kam am Abend, wie es kommen musste: Als es soweit war, dass die Finsternis ihren "Höhepunkt" erreichte, herrscht hier sogar "totale" Mondfinsternis, denn eine größere Wolke schob sich vor den Mond.

Hier ein Bild von 21:39 Uhr...:


Die Verdunkelung im linken, oberen Bereich des Mondes ist auf den "Halbschatten" der Erde zurückzuführen. Der Eintritt in den "Kernschatten" erfolgt erst etwas später. Die Erdatmosphäre sorgt dafür, dass der Schatten der Erde keine "klare Kante" besitzt, sondern dass es einen sehr weichen Übergang zwischen diesen beiden Zonen gibt.

... und hier ein Foto von 21:44 Uhr, jetzt dominieren eindeutig dickere Wolken...:


... kurz danach (ab 21:46 Uhr) war gar nichts mehr zu sehen....

Sch.....

Aber so ist es leider. Die nächste Mondfinsternis in Deutschland soll am Montag, den 28. September 2015 in der Frühe (Höhepunkt 4.47 Uhr) stattfinden - wenn dann das Wetter mitspielt. Wer eine totale Mondfinsternis am Abend erleben will, muss hierzulande sogar bis zum 27.7.2018 warten, die verspricht dann jedoch besonders klasse zu werden. Sie findet arbeitnehmerfreundlich am Freitagabend statt und ist mit einer Länge von 103 Minuten die längste totale Mondfinsternis unseres Jahrhunderts.

Aber stimmt meine Überschrift "keiner wird es merken" ? Da habe ich mich tatsächlich getäuscht. Denn durch die diffuse Grenze zwischen Kern- und Halbschatten ist die Verdunkelung des Mondes doch viel auffälliger, als die berechneten 2 % es vermuten ließen. Auf facebook wurde mehrere Fotos von astronomischen Laien veröffentlicht, denen die Veränderung am Mond durchaus aufgefallen waren. Für mich eine schöne Bestätigung, dass wissenschaftliche Berechnungen nicht alles sind. Auch 2 % können manchmal viel ausmachen und bewirken. Schön, dass Menschen aufmerksam und neugierig sind und dann beginnen, Fragen zu stellen. Damit fängt Wissenschaft an - und bleibt immer spannend.

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