Samstag, 4. Januar 2014

Beobachtungsaufruf für 5.1.2014: Jupitermonde mit bloßem Auge sichtbar am Sonntagabend?

Von meinem Sternfreund Bernd Gährken kam heute ein Mail mit einem spannenden Beobachtungsaufruf zu einem "Jupiterexperiment" für Sonntagabend, den 5. Januar:

Am Sonntag steht der Jupiter in Opposition. Das ist diesmal ein besonderes Ereignis, denn

von Jupiter aus gesehen findet ein Erdtransit statt.


Der Phasenwinkel ist extrem klein und der Oppositionseffekt bei den Monden extrem stark.

Die Monde werden mindestens 30% heller sein als sonst!

Zugleich stehen alle Monde auf der Westseite und der hellste Mond Ganymed hat auch noch die maximale Elongation. 


Unser Erdmond ist ab 22 Uhr weg und stört nicht.

Die Chance ist sehr gut, dass die Jupitermonde mit freien Auge sichtbar sind!!!

Zumindest nach Abdeckung des Planeten mit einer Hauskante sollte es klappen.

Wer irgendwie kann, sollte es probieren und das Experiment dokumentieren.

Eine bessere Chance gibt es zu unseren Lebzeiten nicht mehr!


Für weite Teile Deutschlands ist die Wetterprognose gut.

Die Ergebnisse bitte melden! 

Jupiter befindet sich im Sternbild Zwillinge und steht um 22 Uhr ca. 50° Grad hoch in südöstlicher Richtung ("links oberhalb" vom Sternbild Orion). Die Monde werden für das bloße Auge sehr dicht bei Jupiter stehen.  Das "Abdecken" durch eine Hauswand ist hilfreich, weil der helle Jupiter sonst die Monde völlig überstrahlt. Im ruhig gehaltenen Fernglas werden sie natürlich leichter zu erkennen sein.

Sie können Ihre Ergebnisse entweder an mich melden (Email: wolfgang@dzieran.de) oder gerne auch gleich an Bernd schicken: bgaehrken@web.de

*********  Ergänzung Dienstag 7.1.2014

Leider waren meine eigenen Beobachtungen heute nicht erfolgreich.

Ich bin zur Zeit auf der Nordseeinsel Föhr. Das Wetter ist hier nicht sehr beobachtungsfreundlich. Jetzt ist der Himmel völlig zugezogen. Als ich um ca. 20:20 Uhr anfing mit dem Beobachten zogen schon immer wieder einzelne Wolken durch.

Mit einem Fernglas (8x42) waren zu diesem Zeitpunkt die Jupitermonde einfach zu erkennen. Allerdings sah ich nur "drei", denn Io und Europa standen zu diesem Zeitpunkt noch zu dicht beieinander, um sie im freihändig gehaltenen Glas eindeutig trennen zu können.

Hier kam erschwerend noch der Wind hinzu, Windstärke 4-5 aus SW. Meine Versuche, die Monde mit bloßem Auge zu erkennen, schlugen jedoch fehl. Denn wo Hauskanten sind, sind leider auch Straßenlaternen oder erleuchtete Fenster nicht weit. So lag die visuelle Grenzgröße hier im Ort bei ca. 3-4 mag, sicherlich nicht ausreichend.

Außerhalb des Ortes fehlten mir leider dann die Abschattungsmöglichkeiten. Grenzgröße hier vielleicht bei 5mag, aber leider wurden es auch der Wolken schnell immer mehr. Versuche mit der "Kante" des Autodaches scheiterten ebenfalls.

Andere Beobachter hatten jedoch mehr Glück. Bernd und mir wurden doch von einigen geglückten Beobachtungen berichtet. Vom ersten Eindruck her müssen dazu jedoch mehrere Umstände zusammen kommen. 1) ein wirklich dunkler Himmel, 2) gute Augen und 3) einige astronomische Beobachtungserfahrung.

Wer keinen Erfolg hat, braucht sich deshalb also nicht besonders ärgern und kann sich damit trösten, dass die große Mehrheit der Beobachter ebenfalls es nicht geschafft hat, Jupitermonde mit dem bloßem Auge zu sehen.

Eine ausführliche Würdigung aller positiven und negativen Beobachtungsberichte wird noch etwas dauern. Doch hier schon einmal ein herzliches Dankeschön an alle, die an dieser kleinen Aktion teilgenommen haben!
Kommentar veröffentlichen